GDI in Europa: INSPIRE

INSPIRE ist eine im Jahr 2001 von der Europäischen Kommission auf den Weg gebrachte Initiative zur Schaffung einer europaweiten Geodateninfrastruktur. Mit der gleichnamigen EU-Richtlinie wird eine in der Europäischen Union rechtsverbindliche Grundlage für dieses Vorhaben gelegt. Die Richtlinie 2007/2/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. März 2007 zur Schaffung einer Geodateninfrastruktur in der Europäischen Gemeinschaft (INSPIRE) ist am 15. Mai 2007 in Kraft getreten.

Ziel der INSPIRE-Richtlinie ist es, die europäische Umweltpolitik zu unterstützen und die Berichtspflichten der Mitgliedstaaten gegenüber der Europäischen Kommission zu vereinfachen. Gleichzeitig soll die Infrastruktur andere wichtige Politikfelder unterstützen sowie die Verwendung von Geodaten in allen Fachbereichen der öffentlichen Verwaltung von den Kommunen bis zu den europäischen Behörden fördern. Darüber hinaus soll der Öffentlichkeit der Zugang zu den bei öffentlichen Stellen vorliegenden Geodaten ermöglicht werden.

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union werden verpflichtet, bei öffentlichen Stellen vorliegende Geodaten nach bestimmten Vorgaben zugänglich zu machen. Die der INSPIRE-Richtlinie unterliegenden Geodaten werden in den Anhängen I bis III der Richtlinie durch explizite Nennung von 34 Geodatenthemen bestimmt. Die geodatenhaltenden Stellen in den Mitgliedstaaten haben diese Daten schrittweise mit Metadaten zu beschreiben und in spezifizierten Datenmodellen über Geodatendienste zugänglich zu machen. Die Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie stützt sich auf die nationalen Geodateninfrastrukturen der Mitgliedsländer und erfordert zahlreiche Detailregelungen. Hierfür werden rechtlich verbindliche Durchführungsbestimmungen erlassen, deren technische Umsetzung durch ergänzende Empfehlungen konkretisiert wird.

Die Richtlinie ist in nationales Recht umzusetzen. In Deutschland haben entsprechend der verfassungsrechtlich festgelegten Aufgabenverteilung sowohl der Bund als auch die Länder die INSPIRE-Richtlinie in eigenen Gesetzen für den jeweiligen Zuständigkeitsbereich umgesetzt.

In Baden-Württemberg wird die INSPIRE-Richtlinie mit dem Landesgeodatenzugangsgesetz (LGeoZG) vom 17. Dezember 2009 umgesetzt. Dieses gilt für die Landesbehörden, die Landkreise, die Städte, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie die unter ihrer Aufsicht stehenden juristischen Personen des öffentlichen Rechts.

Weitere Informationen zu INSPIRE.

Publikationen

Informationsflyer zu INSPIRE

Die Koordinierungsstelle GDI-DE beim Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) gibt einen Informationsflyer heraus, in der grundlegende Informationen zur Schaffung einer Geodateninfrastruktur in der Europäischen Gemeinschaft entsprechend der EU-Richtlinie INSPIRE (Infrastructure for Spatial Information in Europe) zusammengefasst sind.

Der Informationsflyer richtet sich an jedermann: Informationsflyer zu INSPIRE (PDF-Datei, 0,7MB)