Der Gesamtarchitektur der GDI-BW orientiert sich an der Architektur von INSPIRE und GDI-DE, sie wird zu den übergeordneten Architekturmodellen kompatibel aufgebaut. Technische Grundlage ist das Konzept der dienstebasierten Architektur (Service Oriented Architecture - SOA) mit einem komponentenorientierten Aufbau bestehend aus grundsätzlich unabhängig voneinander funktionierenden Modulen, die über spezifizierte Dienste in einem elektronischen Netzwerk (Internet, Intranet) kommunizieren.
Die Gesamtarchitektur setzt sich aus mehreren Komponenten auf Applikations-, Dienste- und Datenebene zusammen:
Die einzelnen Komponenten werden entweder als Basiskomponenten zentral in fachlicher Zuständigkeit des GDI-Kompetenzzentrums oder als dezentrale Komponenten in der Zuständigkeit der einzelnen GDI-Partner aufgebaut und betrieben. Bei der schrittweisen Realisierung der Komponenten werden die technischen Festlegungen übergeordneter Ebenen möglichst unverändert angehalten, soweit nicht landesspezifische Erfordernisse ergänzende Spezifikationen erfordern.
Auf der Daten-Ebene bilden die für die Geodateninfrastruktur relevanten Geobasisdaten und die Geofachdaten das Datenangebot der GDI-BW. Geodaten von hervorgehobener Bedeutung werden in der Geodatenbasis Baden-Württemberg zusammengefasst, darüber hinaus können auch weitere Geodaten als ergänzendes Datenangebot über die GDI-BW erschlossen werden.
Auf der Dienste-Ebene schaffen die im Diensteangebot der GDI-BW zusammengefassten Geodatendienste und weiteren Netzdienste über das elektronische Netzwerk (Service-Bus) die Verbindung zwischen der Applikations- und der Daten-Ebene. Die Bereitstellung und Verarbeitung der Geodaten und der Metadaten erfolgt insbesondere mit den nach der INSPIRE-Richtlinie und im Landesgeodatenzugangsgesetz vorgesehenen Geodatendiensten. Danach sind mindestens INSPIRE-konforme Suchdienste, Darstellungsdienste, Downloaddienste und Transformationsdienste verpflichtend zu implementieren; falls für die Nutzung der Geodatendienste Geldleistungen gefordert werden, sind auch Dienste zur Abwicklung eines elektronischen Geschäftsverkehrs zu implementieren.
Auf der Applikations-Ebene fungieren Geoanwendungen, also mit Geofunktionalitäten ausgestattete (Fach-) Portale und (Fach-) Anwendungen (lokal, regional, landesweit und länderübergreifend), als Benutzerschnittstellen für den Anwender, um das Daten- und Diensteangebot der GDI-BW zu nutzen. Den zentralen Zugangsknoten zum elektronischen Netzwerk der GDI-BW übernimmt das Geoportal Baden-Württemberg (§ 10 Abs. 2 LGeoZG). Es wird auf Grundlage der vom Begleitausschuss GDI-BW beschlossenen Konzeption Geoportal Baden-Württemberg (V 1.0) als Basiskomponente der GDI-BW aufgebaut und betrieben. Das Geoportal ist die gemeinsame amtliche Kommunikations-, Transaktions- und Informationsplattform der GDI-BW. Mit dem Geoportal sollen das gesamte Daten- und Diensteangebot der GDI-BW sowie weitere Geoanwendungen zugänglich und nutzbar gemacht werden. Neben dem Geoportal Baden-Württemberg können auch die sonstigen Geoanwendungen (Fachportale und Fachanwendungen sowie lokale, regionale und länderübergreifende GDI- Portale) ausgewählte Teile des Daten- und Diensteangebots der GDI-BW erschließen.
Als Grundlage für die Suche nach Geoinformationsressourcen in der
GDI-BW ist der zentrale Metadatenkatalog GDI-BW aufzubauen. Der Metadatenkatalog GDI-BW soll Metadaten zu allen in die GDI-BW
einbezogenen Geoinformationsressourcen umfassen; ihm liegt das vom Begleitausschuss beschlossene
Metadatenprofil GDI-BW (V 1.0) zugrunde.
Zusätzlich sind in einer funktionierenden Geodateninfrastruktur weitere übergreifend erforderliche Informationen, die für eine
einheitliche Dokumentation, Interpretation und Auswertung der Geoinformationsressourcen benötigt werden, in standardisierter
Form bereitzustellen. Hierzu sollen in der GDI-BW - in Ergänzung der Nutzung von Registries von übergeordneten Ebenen - zentrale
Register aufgebaut und über Registry-Dienste in die anderen Komponenten eingebunden werden.
Für die laufende Überwachung der Funktion der technischen Komponenten und ihres integralen Zusammenwirkens sowie die kontinuierliche Überprüfung der Einhaltung der in der GDI-BW geltenden Spezifikationen wird ein zentrales Monitoring vorgesehen, das nach Bedarf durch ein dezentrales Monitoring zu ergänzen ist.
Neben dem Aufbau der oben geschilderten technischen Komponenten sind Maßnahmen zur weiteren Ausgestaltung der GDI-BW geplant, um ungeachtet der rein technischen Belange die Grundlagen und Rahmenbedingungen für die GDI-BW zweckmäßig fortzuentwickeln. Diese rechtlichen, fachlichen, technischen, organisatorischen und sonstigen Maßnahmen sind die Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit der GDI-BW in der Praxis:
Für den Aufbau und Betrieb der GDI-BW sind verschiedene Umsetzungsinstrumente vorgesehen: Die grundlegenden Maßnahmen, insbesondere die Konzeption und Realisierung der Basiskomponenten, werden in Form von gemeinsamen GDI-Basisprojekten angegangen. Um die Entwicklung der GDI-BW voranzutreiben bzw. zu unterstützen, können GDI-Pilotprojekte durchgeführt und ggf. externe Projekte begleitet werden. Die daten- und dienstebezogenen Einzelmaßnahmen der GDI-Partner sind von diesen in Form von GDI-Einzelprojekten selbständig zu planen und umzusetzen.
Für weitere Informationen zur GDI-BW können Sie gerne Kontakt mit dem GDI-Kompetenzzentrum aufnehmen (zentrale E-Mail-Adresse: gdi-komz@lgl.bwl.de).