Das Glossar erklärt die in den Dokumenten zur GDI-BW und im Geoportal Baden-Württemberg verwendeten, spezifischen Abkürzungen und Begriffe insbesondere aus den Themenfeldern Geoinformatik und Geodateninfrastruktur. Soweit Begrifflichkeiten in der Fachwelt mehrdeutig verwendet werden, sind für das Verständnis in der GDI-BW die hier gewählten Definitionen maßgebend (Stand: 07.08.2009).
G
Q
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im Aufbau begriffenes europäisches Satellitennavigationssystem.
Geodätisches Koordinatenreferenzsystem, das (in Baden-Württemberg) durch eine Gauß-Krüger-Abbildung im dritten Meridianstreifensystem auf dem Bessel-Erdellipsoid mit Zentralpunkt Rauenberg (Potsdam Datum) definiert wird (kurz: GK3). Es ist bis zur Einführung von ETRS89/UTM als amtliches Lagebezugssystem in Baden-Württemberg in Gebrauch.
Gesamtheit der politischen, institutionellen und technischen Maßnahmen, die sicherstellen, dass Methoden, Daten,
Technologien, Standards, finanzielle und personelle Ressourcen zur Gewinnung, Auswertungen und Anwendung von Geoinformationen
entsprechend den Bedürfnissen der öffentlichen Hand sowie von Wirtschaft, Wissenschaft und Bürgern zur
Verfügung stehen.
Legaldefinition nach dem Landesgeodatenzugangsgesetz:
Geodateninfrastruktur ist eine Infrastruktur bestehend aus Geodaten, Metadaten und Geodatendiensten, Netzdiensten und
-technologien, Vereinbarungen über gemeinsame Nutzung, über Zugang und Verwendung sowie Koordinierungs- und
Überwachungsmechanismen, -prozesse und -verfahren mit dem Ziel, Geodaten verschiedener Herkunft interoperabel verfügbar
zu machen.
GDI-DE (Geodateninfrastruktur Deutschland)
Die Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE) ist ein gemeinsames Vorhaben von Bund, Ländern und Kommunen. Mit dem Aufbau der GDI-DE soll eine länder- und ressortübergreifende Vernetzung von Geodaten in Deutschland erreicht werden, um sicherzustellen, dass Geoinformationen zukünftig verstärkt in Entscheidungsprozessen innerhalb der Verwaltung, der Wirtschaft und der Politik zum Einsatz kommen. Neben der Betrachtung nationaler Entwicklungen ist es Aufgabe der GDI-DE, die Entwicklungen in Europa (INSPIRE) sowie weltweit (GSDI) einzubinden.
GEMET (GEneral Multilingual Environmental Thesaurus)
Ein mehrsprachiger Thesaurus, der im Auftrag der Europäischen Umweltagentur mit dem Ziel entwickelt wurde, eine europaweit abgestimmte Terminologie für umweltrelevante Begriffe zu schaffen. GEMET enthält über 6.000 Begriffe in mehr als 20 Sprachen.
Eine Generaldirektion (kurz GD, auch DG für engl. Directorate General / frz. Direction générale) ist eine Verwaltungseinrichtung der Europäischen Kommission, die jeweils für einen bestimmten Politikbereich zuständig ist. Die Generaldirektionen bilden das Kernstück des exekutiven Unterbaus der Europäischen Union. Sie sind daher funktional mit Ressortbereichen vergleichbar, jedoch decken sich die Ressorts von Kommissionsmitgliedern und Generaldirektionen nicht genau: Zwar sind die Generaldirektionen jeweils bestimmten Mitgliedern der Kommission zugeordnet, manche Kommissare verfügen aber über mehrere Generaldirektionen, während andererseits manche Generaldirektionen mehreren Kommissaren zuarbeiten.
Internetbasierte, browsergestützte Anwendungen, mit denen Geodaten erfasst, dargestellt oder anderweitig verarbeitet werden können.
Geodaten des amtlichen Vermessungswesens, welche die Landschaft, die Liegenschaften und den einheitlichen geodätischen Raumbezug anwendungsneutral nachweisen und beschreiben. Sie sind Grundlage für Fachanwendungen mit Raumbezug. (vgl. Geofachdaten).
Daten, die sich auf räumliche Objekte beschreiben und in einem Bezugssystem festgelegt sind. Geodaten müssen einer Position bzw. einem Gebiet zugeordnet werden können (Georeferenzierung).
Gesamtheit der logisch zusammengehörigen Geodaten in einer Datenbank.
Netzdienste, über die Geodaten und (Geo-) Metadaten in strukturierter Form bereitgestellt werden. Dies sind insbesondere Suchdienste, Darstellungsdienste, Downloaddienste und Transformationsdienste.
(Begriff aus dem Landesgeodatenzugangsgesetz) Geodatenhaltende Stellen nach dem LGeoZG sind die Landesregierung und andere Stellen der öffentlichen Verwaltung einschließlich öffentlich beratender Gremien sowie natürliche oder juristische Personen des Privatrechts, soweit sie öffentliche Aufgaben wahrnehmen oder öffentliche Dienstleistungen erbringen und dabei der Kontrolle der öffentlichen Hand unterliegen.
Identifizierbare Sammlung von logisch zusammengehörigen Geodaten.
Sammlung von Geodatensätzen mit derselben Produktspezifikation.
Gesamtheit der Geodaten zu einem fachlichen Thema. Der Begriff wird häufig im INSPIRE-Kontext verwendet. Die Anhänge I bis III der Richtlinie („Themen“ oder „Annexthemen“) benennen die Geodatenthemen im Geltungsbereich der INSPIRE-Richtlinie.
Fachdaten mit Raumbezug, die für einen spezielle Anwendung in einem Fachbereich erfasst wurden (vgl. Geobasisdaten).
Mit den geographischen Koordinaten (geographische Breite und geographische Länge) lässt sich die Lage eines Punktes auf der Erde in einem Gradnetz beschreiben. Die Erde wird dabei in 360 Längengrade und 180 Breitengrade aufgeteilt.
Geographisches Informationssystem
Geoinformationen sind Informationen über Objekte und Sachverhalte mit Raumbezug. Sie werden in Form von Geodaten elektronisch gespeichert. Geoinformationen werden durch Auswertung und Interpretation von Geodaten gewonnen. Die Unterscheidung Geodaten / Geoinformationen ist eher wissenschaftlicher Natur, im täglichen Sprachgebrauch werden beide Begriffe häufig synonym verwendet.
Eine Ressource (frz. la ressource „Mittel, Quelle“, von lat. resurgere, „hervorquellen“) ist ein Mittel, eine Handlung zu tätigen oder einen Vorgang ablaufen zu lassen. Eine Ressource kann ein materielles oder immaterielles Gut sein. Unter Geoinformationsressource wird die Gesamtheit der im Geoportal angebotenen Mittel/Funktionen (Geodaten, Geoadatendienste, Metadaten, Geoanwendungen) verstanden.
(„Portal“ = Pforte, Eingang) Ein Zugangspunkt bzw. eine Website zur Erschließung von Geoinformationen über das Internet.
Legaldefinition nach dem Landesgeodatenzugangsgesetz:
Ein Geoportal ist eine Kommunikations-, Transaktions- und Interaktionsplattform, die über Geodatendienste und weitere
Netzdienste den Zugang zu Geodaten ermöglicht.
Durch den Vorgang der Georeferenzierung wird die Lage räumlicher Objekte in einem definierten Bezugssystem beschrieben, i.d.R. durch Koordinaten in einem geodätischen Koordinatenreferenzsystem (direkte Georeferenzierung) oder durch Bezug auf andere nicht-geodätische Bezugssyteme wie Postleitzahlbereiche, administrative Einheiten o.ä. (indirekte Georeferenzierung).
GIS (Geoinformationssystem, Geographisches Informationssystem)
Rechnergestütztes Informationssystem, das aus Hardware, Software, Daten und den Anwendungen besteht. Mit ihm können raumbezogene Daten digital erfasst und redigiert, gespeichert und reorganisiert, modelliert und analysiert sowie alphanumerisch und grafisch präsentiert werden.
GMES (Global Monitoring for Environment and Security)
(deutsch: Globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung) ist eine im Jahre 1998 gemeinsam von der Europäischen Kommission (EU) und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) gegründete Initiative. Sie zielt darauf ab, auf der Grundlage von modernen Erdbeobachtungs- und Informationstechnologien ein nachhaltiges und unabhängiges europäisches Beobachtungssystem zu schaffen.
GSDI (Global Spatial Data Infrastructure)
Eine weltweite nichtstaatliche Organisation, der weitere Organisationen, Behörden, Firmen, wissenschaftliche Einrichtungen und Privatpersonen beitreten können. Zweck von GSDI ist es, internationale Zusammenarbeit anzuregen, um die Entwicklung lokaler, nationaler und internationaler Geodateninfrastrukturen zur Lösung sozialer, wirtschaftlicher und umweltpolitischer Fragen zu fördern.